PhotoVisionProject

The Art of Photography

CORONA VISION - WESTWERK GALLERY (POP UP WINDOW) 26. April bis 9. Mai

DER IKONOGRAPH [ "send me your message" -  ikonograph@westwerk.org ]

Vom 29. April bis 9. Mai 2021 werden einige meiner Bilder auf dem Pop-up Window der GALERIE WESTWERK hängen. WESTWERK ist, wie alle Kunst- und Kultur-Einrichtungen während des COVID-19 Lockdowns, geschlossen. Hinter den verschlossenen Türen wird aber weiter und manchmal erbittert oder sogar verzweifelt an Kunst gearbeitet. Einblicke in diesen Prozess versucht das Projekt CORONA VISION sichtbar und öffentlich zu machen.

Die Bilder sind alle in den letzten Monaten während des COVID-19 Lockdowns an der Elbe entstanden. Ich habe diesen Ort häufig aufgesucht. Ich ging Spazieren und ich hatte immer das Gefühl in einer anderen Welt angekommen zu sein. Es war eine Art Ritual. Einige Fragen kehrten immer wieder, gingen mir penetrant durch meinen Kopf und suchten nach einer Antwort. Welche Art von Vision wäre angemessen, um diese neue Realität darzustellen? Könnte Kunst eine mögliche Antwort geben? Wenn ja in welcher Form? Irgendwie habe ich das Gefühl, dass die alten Wege falsch waren. Immer dabei hatte ich eine alte analoge Kamera. Belichtet wurde die Bilder klassisch auf Filmmaterial. In diesem Prozess sind häufig Fehler aufgetreten. Die Bilder bleiben "unvollendet" und erfordern den Blick des Betrachters, um ihre Bedeutung zu vervollständigen.

Die Pandemie ist nicht überraschend gekommen. Wir haben sie herbeigerufen. Das haben wir alle längst kommen sehen. Längst haben wir es erahnt, haben wir sie erwartet ... wir waren nicht ahnungslos aber unvorbereitet, schlechthin ungewappnet. Und es geschah ... es kam wie ein Tsunami über uns. Die Pandemie hat Krankheit und Leid und Tod, wirtschaftliche Schäden und globale Unsicherheit verursacht und Angst ausgelöscht. Deren Ausmaß und Auswirkungen bleiben derzeit unbekannt. Geregelte Abläufe wurden untergraben, Familien wurden zerstört, Arbeitsplätze gingen verloren, Seelen erkrankten und Gesundheitssysteme wurden überwältigt. Durch die Medien gab es eine Flut von Bildern, die unsere Augen und unsere Gehirne überfluteten. Es sind Bilder wie aus einem Endzeitfilm, Bilder der Zerstörung, der Einsamkeit, der Verzweiflung, es sind Bilder des Todes.

Die alltägliche Vertrautheit bricht in sich zusammen und es erschließt sich, um Heidegger zu zitieren, dem Dasein die Bedrohlichkeit bzw. die Unheimlichkeit, das Nicht-zuhause-sein seines In-der-Welt-seins. Der Zustand der Angst wird allgegenwärtig. Die bestehende wirtschaftliche, politische und Verwaltungs-Ordnung ist dysfunktional. Die Utopia der Zivilisation und des Fortschritts hat dystopische Formen angenommen. Kunst kann vielleicht nicht das Rettende sein aber sie kann definitiv helfen. Die Kunst als freie kreative Tätigkeit ist für uns Menschen wichtig und notwendig. 
    

EINE VISION VON DER ZUKUNFT DER KUNST

Welche Formen wird Kunst im COVID-Zeitalter annehmen? Zukunftsvisionen sind notwendig, um Vorstellungsräume zu öffnen, Orientierung zu geben und Perspektiven zu erzeugen. Aber sie sind auch meistens falsch, denn die Zukunft ist keine bloße Projektion der Vergangenheit. Die Zukunft ereignet sich, deshalb ist es schwer, aus der Vergangenheit zu lernen. Die Projektionen bleiben Skizzen, Entwürfe, mögliche Szenarien, Fiktionen im phantastischen Raum der Möglichkeiten.  

Die Pandemie stellt eine Krise des Systems dar, welche eine Transformation herbeiführen wird. Welche Welt wird aber daraus entstehen? Welche Entwürfe, welche Visionen werden auf der anderen Seite der Transformation sich entwickeln?  Zukunft entsteht nicht kausal oder deterministisch, sondern optional. Sie enthält Singularitäten des Zufalls, der Intuition und der Kreativität. Hier kann Kunst relevant werden.   

SEND ME YOUR MESSAGE ( ikonograph@westwerk.org ) ... 

I would like to hear from you about your Visions and the ways of how you have adapted during the Covid-19 lockdown. Have you changed your work or your business model? Have you explored any new techniques? What advice might have you for other creatives about life or art? Sometimes only a tiny shift in perspective makes all the difference.